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Klimatischer Kurzüberblick: USA - Westküste

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Die Westküste der USA umfasst den Pazifikküstenabschnitt zwischen Seattle im Norden des Staates Washington auf etwa 47 Grad nördlicher Breite und San Diego im Süden Kaliforniens auf etwa 33 Grad nördlicher Breite.

Insgesamt recht trocken

Gemäß dieser Breitenlage erhält der nördliche Küstenabschnitt bis etwa 43 Grad Grad nördlicher Breite noch recht ergiebige Winterregen, die durch den im Winterhalbjahr weiter nach Süden reichenden Einfluß der aussertropischen Westwindzone herrühren. Südlich davon fällt auch im Winter durch den Einfluss des ostpazifischen Subtropenhochs nur noch wenig Niederschlag. So bestimmt das kräftige Pazifikhoch im Süden ganzjährig, im Norden nur im Sommerhalbjahr den Wettercharakter an der Westküste. Dabei wehen die Winde an der Ostflanke des Hochs aus vorherrschend nördlichen Richtungen (Nordostpassate).

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Kaltes Küstenwasser stabilisiert

Diese beständigen nördlichen, etwa küstenparallelen Winde haben eine Besonderheit zur Folge, die an allen subtropischen Westküsten der Kontinente mehr oder minder stark ausgeprägt ist: das küstennahe Aufquellen kalten Tiefenwassers im Ozean.

Die Ursache für dieses Aufquellen ist durch den Nordwind (auf der Südhalbkugel durch den Südwind Südwind) verursachter Massentransport von der Küste weg (Ekmantransport), so dass kaltes Tiefenwasser aus Massenerhaltungsgründen das verdrängte Wasser ersetzt.

So liegen die küstennahen Wassertemperaturen selbst im Sommer bei San Francisco nur bei rund 13 Grad und damit etwa 6 Grad unter der Meeresoberflächentemperatur auf dem freien Pazifik in der gleichen Breitenlage. Für das Klima an der Westküste hat das erhebliche Konsequenzen: die unteren Luftschichten werden entlang der Pazifikküste durch das kalte Wasser fortwährend gekühlt, was eine stabilisierende Wirkung auf die Luftschichtung hat.

Pazifikküste Kaliforniens mit typischen Nebel
Die Pazifikküste Kaliforniens mit typischen Nebel. Die Luft und das Wasser sind sehr kühl. An den Tagen, wo ausnahmsweise mal kein Nebel herrscht, sind die Strände aber trotz des kalten Wassers voll.
Morgendlicher Dunst über Los Angeles
Skyline von Los Angeles am Abend Während am Vormittag häufig noch dichter Dunst über Los Angeles liegt (oberes Bild), hat er sich bis zum Abend durch die Erwärmung der Stadt meist aufgelöst (unteres Bild). Am nächsten Morgen ist es dann wieder neblig.

Diese Stabilität wird noch verstärkt durch die nach Süden hin divergierenden Meridiane bedingte Flächendivergenz des Windströmungsfeldes. Dies hat ein kinematisch bedingtes Absinken in höheren Luftschichten zur Folge, so dass sich eine adiabatisch erwärmte Luftschicht über die kalte bodennahe Luftschicht lagert, was in der Kombination eine ausgesprochen stabile vertikale Schichtung verursacht.

Die Folge davon ist eine häufig zu beobachtende Inversion, unterhalb derer sich Feuchte und Schadstoffe ansammeln, so dass die Sicht meist durch Nebel und starken Dunst gekennzeichnet ist. Das Bild der Golden Gate Bridge in San Francisco, die in einer dichten Nebeldecke liegt, ist zum Beispiel sehr bekannt und charakteristisch.

Richtung Landesinnere heiß und trocken

Weiter im Landesinneren schirmen die küstenparallel verlaufenden Gebirgszüge das Hinterland gut von der Küste ab. Dies hat zum einen zur Folge, dass dort die intensive subtropische Sonneneinstrahlung die Landmasse kräftig aufheizen (wodurch die Inversion aufgelöst wird) und zum anderen fallen hier noch deutlich geringe Niederschläge als direkt an der Küste. Weltbekannt ist zum Beispiel das Tal des Todes (Death Valley) in Kalifornien, welches eine sehr gut von hohen, nord-süd-verlaufenden Gebirgszügen eingekesselte Senke ist. Die im Sommer erreichten Tageshöchsttemperaturen zählen mit nicht selten über 45 Grad im Schatten zu den höchsten der Welt.

Foto (© Björn Beyer): Ein Blick vom Zabriskie Point in das Death Valley in Kalifornien. Hier ist es ausgesprochen trocken und heiß. Im Hochsommer darf das Tal des Todes wegen der großen Hitze nicht mehr mit Mietwagen durchfahren werden.
Blick vom Zabriskie Point in das Tal des Todes

Klima-Reisetipp

Für die Gebiete direkt entlang der Westküste empfiehlt sich em ehesten der Spätsommer oder Frühherbst als Reisezeit, da dann die höchsten Temperaturen erreicht werden. Man beachte, dass selbst im Hochsommer die Tagestemepraturen in San Francisco bei nur 17 bis 18 Grad liegen und das Pazifikwasser aufgrund der Kälte kaum zum Baden geeignet ist. Darüberhinaus sorgt der dichte Nebel und der tagsüber kalte Seewind für ein absolut badeuntaugliches Klima (obwohl die Strände ansonsten schön sind). Es sei also betont: Für einen Badeurlaub ist die Wesküste der USA zu praktisch keiner Jahreszeit zu empfehlen.

Die meisten Touristen, die den Westen der USA besuchen, wollen auch die weltbekannten Nationalparks im Hinterland erkunden. Hiefür lässt sich aus mehreren Gründen das Frühjahr empfehlen: zum einen ist es in den ausgedehnten Wüstengebieten (Sonora, Mojave und Great Basin) noch nicht zu heiß und zum anderen liegt die Touristenanzahl noch in einem erträglichen Maß, da die weitaus meisten im Sommer anreisen. Ausserdem bieten sich im Frühjahr teils noch beeindruckende Winterlandschaften mit viel Schnee zum Beispiel am Grand Canyon oder oder am über 2300 Meter hoch gelegenen Bryce Canyon auf dem Colorado-Plateau.


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