Wie entstehen Hoch und Tief?
Bei einem unserer früheren Ausflüge in die Welt des Wetters haben wir den Aufbau
der Atmosphäre kennen gelernt. Und wir haben gelernt, dass der Luftdruck
nach oben hin - also vertikal - abnimmt. Es gibt aber auch Luftdruckunterschiede,
von einem Ort zum anderen - also horizontal. So misst der Meteorologie in Münster
vielleicht einen Luftdruck von 1010 Hektopascal, während sein Kollege in Berlin
1020 hPa von seinem Barometer abliest.
Diese horizontalen Luftdruckunterschiede sind ganz entscheidend für die
Entwicklung unseres Wetters. Denn erst durch diese Unterschiede gibt es überhaupt
Wind und auch die Wettersysteme, die sich mit dem Wind verlagern und uns immer
wieder neues Wetter bringen.
Das Tiefdruckgebiet
Schauen wir uns einmal an einem einfach Beispiel an, wie ein Tiefdruckgebiet entstehen kann: wie
bei vielen anderen Phänomenen, die wir uns schon angesehen haben, spielt auch diesmal die
Sonne wieder die Hauptrolle. Diese heizt den Erdboden auf. Dadurch werden die darüber liegenden
Luftschichten erwärmt. Luft, die sich erwärmt, breitet sich aus und wird dadurch leichter. Das
ist das Prinzip eines Heissluftballons. Aber auch in der Küche kannst Du beobachten, dass die
Luft über einem Topf mit kochendem Wasser nach oben steigt.
Die warme und im Vergleich zu ihrer Umgebung leichtere Luft steigt nun in die Höhe. Dadurch
nimmt die Anzahl der Luftmoleküle in den oberen Luftschichten zu, während unten nun weniger
Luftmoleküle vorhanden sind. Wir finden also in der Höhe ein Gebiet mit höherem Luftdruck als
normal und am Boden ein Gebiet mit tieferem Luftdruck - am Boden ist ein kleines Tiefdruckgebiet entstanden!
Beim Aufsteigen kühlt sich die warme Luft aus physikalischen Gründen aber wieder ab. Sie kann den
in ihr enthaltenen Wasserdampf dann nicht mehr halten, so dass sich aus diesem unsichtbaren Dampf
sichtbare Wolken bilden - der Wasserdampf kondensiert zu Wolkentröpfchen.
Im Normalfall erwartet man also in einem Tiefdruckgebiet - auch einfach Tief genannt -
viele Wolken und meist regnerisches Wetter.
Foto: Skizze zur Entstehung von Hoch- und Tiefdruckgebieten
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Wind strömt ins Tiefdruckgebiet
Die Natur mag am liebsten das Gleichgewicht, also überall gleiche Zustände.
Temperatur- und Druckunterschiede werden so schnell wie möglich ausgeglichen.
In das Gebiet mit dem niedrigen Luftdruck strömt daher von den Seiten Luft nach.
Das Tief wird sozusagen aufgefüllt.
Das Nachströmen der Luft in Gebiete mit tiefem Luftdruck ist ein altbekanntes Phänomen,
das Du jeden Tag erlebst: Wind! Je stärker die Druckgegensätze sind, desto heftiger weht
der Wind. Tiefdruckgebiete mit besonders niedrigem Luftdruck, zum Beispiel die Orkane,
die im Winter über unser Land fegen, bringen immer sehr kräftigen Wind mit, weil hier
die Luftdruckunterschiede besonders groß sind.
Das Hochdruckgebiet
In der Höhe über einem Tiefdruckgebiet ist, wie wir gesehen haben, ein Überschuß
an Luft vorhanden. Diese kann aber nicht nach unten zurück, weil von dort neue
aufsteigende Luftmassen nachströmen. Weiter nach oben geht es aber auch nicht,
weil dort die
Tropopause, die
wir ebenfalls schon kennen gelernt haben, wie ein Deckel wirkt. Also fließt
die Luft zu den Seiten ab. In Gebieten außerhalb des Tiefs kann die Luft dann wieder absinken,
da hier keine aufsteigenden Luftmassen den Weg nach unten blockieren. Dabei
erwärmt sie sich, wiederum aus physikalischen Gründen, und kann damit mehr
Wasserdampf aufnehmen. Die Wolken lösen sich auf und gleichzeitig ist nun am Boden
die Luft dichter und der Druck damit höher als normal. Ein Hochdruckgebiet ist
entstanden. Da sich die Wolken beim Absinken aufgelöst haben, erwarten wir in
einem Hochdruckgebiet meistens schönes sonniges Wetter.
Wind strömt aus dem Hoch heraus
Die überschüssige Luft in dem Hochdruckgebiet kann nun am Boden zu den Seiten abfließen.
Sie fließt vom Hoch ins benachbarte Tiefdruckgebiet zurück und so schließt
sich der Kreislauf.
Wenn du dich so hinstellst, dass du den Wind im Rücken spürst, dann ist links vor
dir das Tiefdruckgebiet und rechts hinter dir das Hochdruckgebiet.
So einfach ist das?
Ganz so einfach ist es in der Natur leider nicht. Aber wir kennen mit diesem Beispiel
nun die grundlegende Ursache für die Entstehung von Hoch und Tief: Die Sonne erwärmt
die Erdoberfläche nicht an allen Stellen gleich. Die entstehenden Temperatur- und
Druckunterschiede und das Bestreben der Natur, Gegensätze auszugleichen, lassen unser
Wetter so oft wechseln.
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