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Nachtfrost
Von Nachtfrost spricht man, wenn die Temperatur nur während der Nacht unter den Gefrierpunkt sinkt. Wenn sie
hingegen dauerhaft (den ganze Tag) unter dem Gefrierpunkt liegt, so spricht man von
Dauerfrost.
Nachtfröste treten sehr häufig in wolkenarmen, langen Nächten bei trockener Luft
und geringen Windgeschwindigkeiten auf,
denn unter diesen Umständen ist die nächtliche Ausstrahlung
besonders stark. Dies hat mehrere Gründe:
- Wasserdampf absorbiert als Treibhausgas die
langwellige Wärmestrahlung sehr effektiv. Wenn die Luft
also sehr feucht ist, kann es nachts nicht so stark abkühlen als wenn sie
trocken wäre.
- Wolken, also kondensierter Wasserdampf,
sind noch bessere Wärmestrahlungsabsorber und -reflektoren
als dampfförmiger (unsichtbarer) Wasserdampf. Eine vorhandene Wolkendecke kann daher
sehr effizient die nächtliche Ausstrahlung dämpfen.
- Durch den Ausstrahlungsprozess während der Nacht kühlt die Luft vom Erdboden
her langsam nach oben fortschreitend ab, wodurch sich eine sehr
stabile Schichtung
ausbildet, die einen turbulenten Austausch durch thermische Umlagerungen verhindert.
Im Extremfall bildet sich eine Bodeninversion. Bei höheren Windgeschwindigkeiten kommt es
aber trotz stabiler Schichtung zu einer guten turbulenten Durchmischung der Luft, so
dass die kalte Luft immer wieder von der bodennahen Schicht in höhere
Luftschichten abtransportiert wird. Dadurch kühlt die bodennahe Luft nicht so
stark aus, wie dies bei einer windschwachen Lage zu erwarten wäre.
Während im Winter bei trockenen, klaren Ostwetterlagen meist Dauerfröste in
Deutschland aufreten, ist gerade in den Übergangsjahreszeiten (Frühling und Herbst)
nur mit Nachtfrösten zu rechnen, da die Sonneneinstrahlung tagsüber noch hinreichend
intensiv ist, um die Luft mehr oder minder deutlich über den Gefrierpunkt zu erwärmen.
Von der Landwirtschaft gefürchtete Spätfröste, die die Obstbaumblüte im Frühjahr schädigen können, haben zum Beispiel
unter dem Begriff
Eisheilige den Einzug in den Volksmund erhalten.
Nachtfröste über mehrere Tage hinweg haben bizarre Eiskristalle an Erdboden wachsen lassen.
Foto: Dipl. Met. Björn Beyer
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