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Nachtgewitter
Nachtgewitter sind einfach Gewitter,
die während der Nacht auftreten.
Da sich die Luftschichtung während der Nacht durch die fehlende Sonneneinstrahlung
meist stabilisiert,
ist die Nacht ein eher ungünstiger Zeitraum für die Bildung
von Gewittern. Für die Auslösung von Nachtgewittern müssen daher meist noch
Prozesse ablaufen, die am Tage nicht unbedingt erforderlich sind.
Dabei kommen mehrere Prozesse in Frage:
- Zum einen kann eine großräumige Hebung, wie sie beispielsweise bei Annäherung
einer Kaltfront auftritt, Nachtgewitter auslösen. Solche Frontgewitter sind zwar nachmittags,
wenn die Sonne die Luft im Vorfeld der Kaltfront kräftig erwärmt hat, am intensivsten,
aber sie können zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten.
- Ein weiterer Prozess ist die Eigendynamik
organisierter Gewitterkomplexe, die
zu einer großen Langlebigkeit einzelner Gewitterherde führt, so dass diese Gewitter,
wenn sie
erst einmal entstanden sind, auch bis weit in die Nacht hinein aktiv bleiben können.
-
eine weitere Möglichkeit ist die starke Auskühlung der Luft an der Oberkante von
Gewitterschirmen alter, bereits inaktiver Gewitterzellen. Dies führt zu einer starken Labilisierung
der Luft in mittleren und hohen Schichten. Stösst eine mittlehoher Cumulus
congestus während der Nacht in eine solche
Region erhöhter Labilität, so kann er rasch
weiterwachsen und sich auch in den Morgenstunden noch zu einem heftigen Gewitter
entwickeln. Das untenstehende Bild zeigt ein so entstandenes, heftiges Gewitter über
dem Raum Frankfurt am Main:
Ein Linienblitz bei einem Nachtgewitter bei Offenbach am Main.
Bild © Björn Beyer
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