Die Vertikalgeschwindigkeit der Luft ist eine wichtige Größe, da sie
massgeblich für die Bildung von Wolken und damit für das Wettergeschehen verantwortlich ist.
Will man die Vertikalgeschwindigkeit in der Praxis messen, so ist man vor ein
Problem gestellt, denn eine direkte Messung mit einfachen Mitteln gibt es nicht. Daher bedient man
sich verschiedener indirekter Methoden.
Eine Möglichkeit, die großräumig einen guten Schätzwert liefert,
ist eine Anwendung der Kontinuitätsgleichung (Massenerhaltung!). Dabei ermittelt man die horizontale Divergenz
des gemessenen Windfeldes für ein Gebiet. Falls die Divergenz ungleich 0 ist, ist auch der Vertikalwind ungleich 0.
Wie gross er genau ist, muss man mathematisch durch eine Integration berechnen.
Eine andere bekannte Methode ist die Anwendung der Omega-Gleichung, bei der aus den horizonatalen Verteilungen
der Schichtdicken- und Vorticityadvektion auf die Vertikalgeschwindigkeit geschlossen werden kann.
Eine mathematisch sehr elegante Methode stellt der Q-Vektor dar. Er ermöglicht die Bestimmung der Vertikalgeschwindigkeit
auch nur einer unabhängigen Feldgröße.
Auf der synoptischen, großräumigen Skala liegt die durchschnittliche Vertikalgeschwindigkeit in der Größenordnung
von 1 cm/s. In Gewitterwolken kann sie mehrere Dekameter/s erreichen, so dass z.B. auch große Niederschlagselemente wie Hagel
in der Schwebe gehalten werden können.