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Wege zum Beruf "Meteorologe"

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Viele meteorologische Berufe erfordern als Grundlage ein Meteorologiestudium. Für echte Synoptik-Begeisterte bieten sich aber auch ohne Studium Möglichkeiten. Aktuell löst der Bachelor-Master-Studiengang gerade das Diplom-Studium ab. Die zukünftigen Meteorologen nennen sich demzufolge bald Bachelor und Master of Science.

Das Meteorologiestudium

Die folgenden 10 Fragen und Antworten haben den Zweck, ein wenig über das Meteorologiestudium und die dafür erforderlichen fachlichen Voraussetzungen zu informieren. Wer ernsthaft Interesse am Meteorologiestudium hat, kann mir auch direkt eine Mail schicken. So lassen sich individuelle oder weitere Fragen besser klären.

Hinweis: Aktuell sucht WetterOnline einen C/C++ Entwickler - gerne auch einen Meteorologen mit guten Programmierkenntnissen (hier gehts zur Stellenanzeige)


Fragen

Frage 2  1. Was studiere ich, wenn ich Meteorologe werden will?
Frage 1  2. Welche Universitäten bieten in Deutschland den Studiengang Meteorologie an?
Frage 3  3. Kann man auch ohne ein Studium ein Meteorologe werden?
Frage 4  4. Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte eines Meteorologiestudiums?
Frage 5  5. Welche grundlegenden Fähigkeiten sollte man besitzen?
Frage 6  6. Welche Bedeutung haben Fremdsprachen?
Frage 7  7. Muß ich programmieren können?
Frage 8  8. Wie sehen die Berufschancen aus? Wo kann ich später arbeiten?
Frage 9  9. Wieviel kann ich als Meteorologe verdienen?
Frage 10  10. Wann und wo kann ich mich an einer Uni einschreiben?

Antworten



1. Was studiere ich, wenn ich Meteorologe werden will?

Im Rahmen des sogenannten Bologna-Prozesses findet zur Zeit in Europa eine Vereinheitlichung des Studiums und der Studienabschlüsse statt. An die Stelle des bisherigen Diplomstudiengangs tritt der Bachelorstudiengang, auf den bei erfolgreichem Abschluss ein Masterstudiengang folgen kann. Die Umstellung ist in Deutschland komplett, so dass für Studienanfänger ein Abschluss im Fach Diplom-Meteorologie nicht mehr möglich ist. Stattdessen hat man planmäßig nach 6 Semestern einen Abschluss als "Bachelor of Science" in der Tasche. Dies ist der erste akademische Abschluss, der einen Absolventen bereits zum Ausüben eines Berufes befähigt.

Als Bachelor kann man darauf aufbauend den viersemestrigen Master-Studiengang absolvieren, dessen Abschluss in etwa dem des Diplom-Meteorologen vergleichbar sein soll. Die Planungen für diesen Studiengang sind an den meisten Hochschulen noch in vollem Gange und sind hoffentlich abgeschlossen, wenn die ersten Bachelor ihren Abschluss haben.

An manchen deutschen Universitäten gibt es für die Bachelor-Studiengänge Zulassungsbeschränkungen bzw. Beschränkungen, was die Anzahl an Erstsemestern angeht. Da an den meisten Unis dieser Studiengang noch völlig neu ist, lässt sich bislang noch wenig darüber sagen, ob die Studienzeiten eingehalten werden können und wie hoch die Anforderungen sind. Eine wichtige Eigenheit der neuen Studiengänge ist die Modularisierung des Lehrangebots. Es gibt Pflichtmodule, die belegt werden müssen, und Wahlpflichtmodule, die dem Studierenden eine individuelle Schwerpunktsetzung ermöglichen. Außerdem wurden studienbegleitende Prüfungen eingeführt, die eine kontinuierliche Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit sicherstellen.

Ausführliche Erläuterungen zu den neuen Abschlüssen gibt es bei den Studienberatungen der einzelnen Universitäten, z.B. an der
Universität zu Köln.



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2. Welche Universitäten bieten in Deutschland den Studiengang Meteorologie an?

Derzeit kann das Studienfach Meteorologie an 12 deutschen Universitäten belegt werden. Der Einstieg in ein Diplom-Studium der Meteorologie war an den meisten Unis zuletzt im Wintersemester 2006/2007 möglich, so dass nun überall ausschließlich das Bachelor-Master-Studiensystem angeboten wird.

Hier die Links zu den entsprechenden meteorologischen Instituten:


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3. Kann man auch ohne ein Studium ein Meteorologe werden?

Bis vor einigen Jahren hat der Deutsche Wetterdienst eine Lehrausbildung zum Meteorologen vom Dienst angeboten. Diese Ausbildung gibt es meines Wissens nach inzwischen nicht mehr. Allerdings bietet die Deutsche Bundeswehr inzwischen eine sehr interessante Ausbildung zum Wetterberater im gehobenen Dienst an. Auch als Wetterbeobachter kann man dort arbeiten. Mehr Infos zu dieser Alternative zum Bachelor bzw. Master gibt es hier.



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4. Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte eines Meteorologiestudiums?

Im Bachelorstudiengang werden zuerst vor allem grundlegenden Kenntnisse und wissenschaftliche Arbeitsmethoden in Physik, Mathematik und Meteorologie vermittelt. In den späteren Semestern werden die fachspezifischen Themen der Meteorologie vertieft. Den Abschluss des Bachelorstudiums bildet eine eigenständig zu erstellende Bachelorarbeit.

Grundsätzlich sei angemerkt: Die Meteorologie ist die Physik der Atmosphäre, also ein spezielles Teilgebiet der Geophysik oder allgemeiner der klassischen und nichtklassigen Physik. Die theoretisch formulierten Differentialgleichungssysteme werden mittels numerischer Methoden in Computermodelle übersetzt und aufintegriert. Diese Computermodelle sind teilweise sehr komplex und erfordern für ihr tieferes Verständnis zunehmend mehr Wissen diverser Nachbardisziplinen (z.B. Ozeanographie, Bodenkunde,Chemie, Informatik,...). An den modernen numerischen Modellen arbeiten immerhin bereits eine ganze Reihe von Spezialisten aus unterschiedlichen Naturwissenschaftsbereichen.



5. Welche grundlegenden Fähigkeiten sollte man besitzen?

Für ein Meteorologiestudium sollte man ein gutes mathematisch-physikalisches Verständnis besitzen. Die ersten Semester des Meteorologie-Bachelorstudiums sind weitestgehend mit denen des Physik-Studiums identisch. Der Anteil an meteorologischen Themen nimmt im Verlauf des Studiums anfangs sehr langsam zu und hat schon manchen Studienanfänger enttäuscht.
Daher bildet ein Leistungskurs Mathematik und einer weiteren Naturwissenschaft (z.B. Physik, Chemie) die optimale Basis für ein erfolgreiches Studium.



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6. Welche Bedeutung haben Fremdsprachen?

Eine Voraussetzung des Studienganges Meteorologie (wie auch jedes anderen naturwissenschaftlichen Studienganges) ist Englisch als Fremdsprache, obwohl eine weitere Fremdsprache wie z.B. Französisch oder Spanisch natürlich nicht schaden kann. Den Großteil der qualitativ hochwertigen, weiterführenden Fachliteratur gibt es nur auf Englisch. Ein weiterer Grund für die Bedeutung von Englisch oder Französisch als Fremdsprache liegt in der häufig bestehenden internationalen Zusammenarbeit der Meteorologen in der Forschung.



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7. Muß ich programmieren können?

Der Umgang mit einem Computer sollte keine allzu grossen Schwierigkeiten bereiten, denn meist wird man nicht um das Erlernen einer strukturierten Programmiersprache (z.B. FORTRAN 90/95, C, ...) herumkommen. Ein großer Teil der täglichen Arbeit eines Meteorologen findet ja später am Rechner statt. Meine Erfahrungen sind, daß die meisten Meteorologie-Studienanfänger zu Beginn des Studiums keine Programmiersprache beherrschen. Das ist auch durchaus nicht tragisch. Es hat aber zur Folge, daß man sich das Programmieren neben dem eigentlichen Studieninhalten selber beibringen muß, um im Studium oder während der Erstellung von Bachelor- oder Masterarbeit nicht plötzlich vor unüberwindbaren Aufgaben zu stehen.



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8. Wie sehen die Berufschancen aus? Wo kann ich später arbeiten?

Es empfiehlt sich, vorhandene Computerkenntnisse kontinuierlich auszubauen. Sie sind für eine moderne wissenschaftliche Arbeitsweise inzwischen Voraussetzung. Zur Zeit finden viele Diplom-Meteorologen, die keine Anstellung in ihrem Fachbereich gefunden haben, aufgrund ihrer Computerkenntnisse akzeptable bis gute Alternativen z.B. im Bereich der Softwareentwicklung.
In letzter Zeit bietet auch der Deutsche Wetterdienst wieder verstärkt Stellen an, was in den letzten Jahren aufgrund umfangreicher Sparmaßnahmen eher selten der Fall war. Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr in Traben Trarbach ist ebenfalls ein interessanter Arbeitgeber. Dann sind die vielen neuen Wetterdienstleistungsunternehmen (z.B. die MeteoMedia AG von Kachelmann) als zunehmend wichtige Arbeitsgeber zu nennen. Und, last but not least, besteht natürlich auch die Möglichkeit, Karriere im Bereich der Forschung und Entwicklung zu machen. Der Klimawandel als aktuelles Thema der Politik und der Öffentlichkeit sorgt momentan dafür, dass die Forschungsgelder relativ reichlich sprudeln...

Was die Berufsaussichten der erst in einigen Semestern frisch von der Universität auf den Arbeitsmarkt drängenden Bachelor und Master angeht, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen, da hier noch jegliche Erfahrung fehlt.



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9. Wieviel kann ich als Meteorologe verdienen?

Diese Frage ist natürlich nicht einheitlich zu beantworten. Es gilt hier im wesentlichen dasselbe, was auch für andere Hochschulabsolventen gilt: Die Einstiegsgehälter schwanken derzeit je nach Branche zwischen 33000 und teilweise bis über 40000 Euro. Nach dem Berufseinstieg hängt dann die Gehaltsentwicklung wesentlich davon ab, wie man sich persönlich weiter vermarktet. Und da ist dann wieder jeder seines Glückes eigener Schmied.

Und auch hier gilt, dass es noch keinerlei Erfahrungen hinsichtlich der Gehälter von Bachelorn und Mastern gibt. Generell bleibt abzuwarten, wie die Wirtschaft auf die neuen Berufsabschlüsse reagiert.



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10. Wann und wo kann ich mich an einer Uni einschreiben?

Die meisten Unis besitzen einen bestimmten Zyklus in ihrem Vorlesungsangebot. Und da viele Vorlesungen aufeinander aufbauen, sollte man nicht zu einem Zeitpunkt das Studium aufnehmen, der einen Einstieg zum Beginn einer der Fortgeschrittenen-Vorlesungen bedingt. Man macht sich sonst das Leben unnötig schwer oder verliert kostbare Zeit, weil man nicht viel Kurse belegen kann. Bei den meisten Unis ist ein Einstieg jeweils zum Wintersemester zu empfehlen, da dann die zyklischen Grundvorlesungen in Mathematik und Physik den klassischen Erstsemestler-Einstieg mit Vorkursen bieten. Ansonsten muß man sich aber auf jeden Fall selber weitere Infos für die Uni, an der man das Studium beginnen möchte, einholen.



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Meteorologe ohne Studium?

Auch ohne Meteorologiestudium können Wetterbegeisterte ihr Hobby zum Beruf machen. Als Arbeitgeber kommt dabei die Bundeswehr in Frage. K. Schmidt arbeitet als Flugwetterberaterin der Bundeswehr und hat freundlicherweise für top-wetter.de einige Tipps und Hinweise zu dieser, wie ich finde, interessanten Alternative zum Meteorologiestudium zusammengestellt.

"Der Flugwetterberater berät die Luftfahrzeugführer und die (militärische) Führung zur Durchführbarkeit fliegerischer Vorhaben und zeigt bei Wetter-Komplikationen Alternativen auf. Darüber hinaus erstellt er Wetterwarnungen für den Standort. Seine fachlichen "Eigenschaften und Befähigungen" liegen vor allem im Nowcasting-Bereich und in der Kürzestfristvorhersage. Es kommt darauf an, meteorologisches Fachwissen nicht nur qualitativ (á la "es wird am vormittag regnen"), sondern vor allem quantitativ umzusetzen, also in konkrete, nicht unbedingt zum Modell- Output gehörende Zahlen (Flugsicht, Höhe der Ceiling, Höhe der Wolkenobergrenze etc.) für eine bestimmte Flugstrecke. Das verlangt bei der derzeitigen Dichte des Meßnetzes eine ausgeprägte Entscheidungsfähigkeit.

Im Gegensatz zur Arbeit beim DWD findet die Beratung noch vor Ort in den Fliegenden Verbänden statt, oft "Auge in Auge". Der Berater bekommt immer ein Feedback vom Piloten und hat damit die Gelegenheit, dazuzulernen. Das erarbeitete Flugwetter wird morgens in einem Briefing den Luftfahrzeugführern vorgestellt. Die Fähigkeit, frei vor Publikum Arbeitsergebnisse vorzutragen, sollte daher selbstverständlich vorhanden sein. Die ausgegebene Flugwetterberatung wird dann überwacht. Bei Überschreiten bestimmter Schwellenwerte muß eine Änderung herausgegeben und der betroffene Pilot informiert werden.

Bisher waren alle Wetterberater bei der Bundeswehr Zivilisten (Beamte), die im Rahmen von freiwilligen Übungen in Uniform auch mit den Einsatzverbänden ins Ausland gegangen sind. Neuerdings wird aber auch hier zweigleisig gefahren, es werden Soldaten zu GeoInfoBeratern ausgebildet."

Wer sich genauer über diese Berufsausbildung informieren möchte, der kann das direkt und ausführlich unter bundeswehr-karriere.de oder unter studienwahl.de tun.


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