Top-Wetter.de  

Tropische Wirbelstürme

zurück Übersicht weiter

Je nach Region, in der sie entstehen, werden sie Hurrikane (Atlantik), Taifune (Pazifik) oder Zyklonen (Indik) genannt. Doch hinter den verschiedenen Namen verbirgt sich nur ein einziges meteorologisches Phänomen – ein tropischer Wirbelsturm.

Sie gehören zu den gewaltigsten Stürmen der Erde

Tropische Wirbelstürme gehören zu den stärksten Tiefdruckgebieten der Erde. Die sie begleitenden Winde können so gewaltig werden, dass die klassische Beaufortskala, die die Windstärke von Windstärke 0 (windstill) bis 12 (Orkan) unterteilt, bei weitem nicht ausreicht. Nach ihr wären alle tropischen Wirbelstürme Orkane. So haben Anfang der 70-er Jahre H. Saffir und R. Simpson eine spezielle, später auch nach Ihnen benannte fünfteilige Skala zur Kategorisierung tropischer Tiefdruckgebiete anhand ihrer Windstärke und ihrem Kerndruck definiert.

Demnach muss ein Tropentief mittlere Windstärken zwischen 30 und 64 Knoten aufweisen, um als Wirbelsturm der Kategorie eins („schwach“) eingestuft zu werden. Ein Sturm der höchsten Kategorie fünf („verwüstend“) hingegen muss eine Windstärke von über 135 Knoten, bzw. über 250 km/h im Einminutenmittel aufweisen.

Vergleich Tropentiefs / Mittelbreitentiefs

Während die Bildung der in den mittleren Breiten typischen Tiefdruckgebiete vom frontalen Aufeinandertreffen unterschiedlich temperierter Luftmassen abhängt, entstehen Tropentiefs stets innerhalb einer einheitlich warmen, tropischen Luftmasse. Dabei ziehen sie ihre zerstörerische Energie aus den warmen tropischen und subtropischen Gewässern, in denen die Wassertemperatur mindestens 27 Grad beträgt.

Das warme Wasser bis etwa sechs Grad nördlich und südlich des Äquators jedoch können sie nicht nutzen - dort ist die ablenkende Kraft der Erdrotation (die Corioliskraft) zu gering. Letztere hindert die Luft daran, auf direktem Wege in ein vorhandenes Tiefzentrum einzuströmen und so einen raschen Druckausgleich zu bewirken. Die Lebensdauer eines einmal entstandenen Wirbelsturms beträgt, wie Beoachtungen zeigen, einige Tage bis hin zu vier Wochen.

Hurricane Isabel nördlich von Puerto Rico am 14.09.2003, 17:55 UTC
Hurricane Isabel nördlich von Puerto Rico am 14.09.2003, 17:55 UTC. Deutlich ist die aufgelockerte bewölkung im Auge des Tropensturms zu erkennen. Bildquelle Image courtesy of MODIS Rapid Response Project at NASA/GSFC

Das Auge eines Tropensturms

Auf Satellitenbildern lassen sich tropische Wirbelstürme als kompakte Wolkenwirbel mit einigen hundert Kilometern Horizontalerstreckung identifizieren. Im Wirbelzentrum befindet sich dabei bisweilen eine nahezu wolkenfreie Zone von einigen Dekakilometern Durchmesser: das Auge. Dort ist es fast windstill und recht warm – und auch die tiefsten Druckwerte werden stets dort gemessen.

Im Oktober 1979 wies der Supertaifun Tip in seinem Auge einen Kerndruck von nur 870 Hektopascal auf – bisheriger Rekord! Umrundet wird das Auge von einer mächtigen, bis zu 18 Kilometer hoch reichenden kompakten Wolkenmauer, innerhalb und unterhalb derer die stärksten Winde auftreten.

Bei Landgang drohen Sturmfluten

Tropenstürme verlagern sich auf der Nordhalbkugel zunächst meist langsam und stetig nach Westen, bevor sie im weiteren Verlauf vielfach nach Norden abdrehen. Trifft ein tropischer Wirbelsturm auf eine Landfläche, so sorgt die zunehmende Reibung am Boden zwar mit jedem Kilometer ins Landesinnere für eine rasche Abschwächung des Windes, aber besonders in küstennahen Gebieten können extreme Sturmböen, meterhohe Sturmfluten und sintflutartige Regenfälle in der Kombination katastrophale Schäden anrichten.


zurück Übersicht weiter

Gehe zum Anfang der Seite oder zu zurück zur Introseite

Wetterkurs

Introseite

Grundlagen
Geschichte
Die Erdatmosphäre
Druck, Dichte & Temperatur
Tiefe Wolken
Mittelhohe und hohe Wolken
Nebel
Stabilität und Labilität
Thermisch direkte Zirkulationen
Hochdruckgebiete
Fronten
Lebenslauf einer Idealzyklone
Strahlströme
Die Jahreszeiten
Jahreszeiten & Witterungen
Der Frühling
Vorhersagegüte
Langfristprognosen
El Nino
Der Klimawandel
Wetterrekorde

Spezialwissen
Das Himmelsblau
Dämmerungsfarben
Haloerscheinungen
Der Regenbogen
Der Föhn
Staubteufel
Gewitter
Gewitterindices
Blitze
Superzellen
Tornados
Tropenstürme
Lawinen
Eiszapfen 
Gebirgswetter
Wetterstation Zugspitze
Das Italientief

Ausbildung
Studium & Lehre