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Nebel

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Aus der Sicht eines Meteorologen ist Nebel nicht anderes als eine am Erdboden aufliegende Wolke.

Wie entsteht Nebel?

Wenngleich die meteorologischen Ursachen der Wolken- und Nebelbildung durchaus sehr verschieden sein können, so ist das zugrundeliegende physikalische Bildungsprinzip doch stets das gleiche: die Luft kann in Abhängigkeit von ihrer Temperatur immer nur eine bestimmte Menge Wasserdampf in Form einzelner, für das menschliche Auge unsichtbarer Wasserdampfmoleküle aufnehmen. Dabei gilt: je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie in dieser Form enthalten.
Bei einer zu umfangreichen Wasserdampfzufuhr jedoch, wenn also der Wasserdampf-Sättigungsgrad erreicht ist, verbinden sich die überzähligen Wasserdampfmoleküle entweder spontan, vorzugsweise aber unter Einbezug stets vorhandener mikroskopisch feiner Verunreinigungen der Luft (sogenannter Aerosole) zu winzigen Tröpfchen mit einem Durchmesser von 0,01 bis 0,1 mm – die entspricht etwa der Dicke eines menschlichen Haares! In der Fachsprache nennt man diesen Vorgang der Tröpfchenbildung Kondensation.

Trotz Sonneneinstrahlung halten sich flache Nebelfelder im Winterhalbjahr teils zäh (Foto Dr. Peter Göbel)
Trotz Sonneneinstrahlung halten sich flache Nebelfelder im Winterhalbjahr teils zäh.

Reduktion der Sichtweite durch winzige Wassertröpfchen

Mit zunehmender Tropfenanzahl nimmt die Lufttrübung zu. Sinkt dabei die Sichtweite auf Werte zwischen einem und acht Kilometer, so spricht der Meteorologe von feuchtem Dunst, bei Sichtweiten unter einem Kilometer schließlich von Nebel. Wenn dichter Nebel längere Zeit andauert, können durch zufällige Kollisionen der Nebeltröpfchen allmählich auch größere Tröpfchen entstehen, die sich nicht länger in der Schwebe halten können und daher zu Boden sinken - es beginnt zu nieseln.

Welche Nebelarten gibt es?

In der Wetterkunde unterscheidet man im wesentlichen drei Prozesse, die zu einer Nebelbildung führen können. So kann zum einen eine fortwährende Abkühlung feuchter Luft bis zum Kondensationspunkt auftreten – der so entstandene Nebel wird Abkühlungsnebel genannt. Eine andere Möglichkeit ist die Vermischung jeweils ungesättigter warmer und kalter Luft – dabei kann sich ein sogenannter Mischungsnebel bilden. Schließlich kann es auch bei gleichbleibender Temperatur infolge von Verdunstungsprozessen am Untergrund zu einem Anstieg der Luftfeuchte und damit zur Nebelbildung kommen – es entsteht sogenannter Verdunstungsnebel.

Sanfte Strahlungsnebelfelder über Graubünden als Folge der nächtlichen Auskühlung (Foto Dr. Peter Göbel)
Sanfte Strahlungsnebelfelder über Graubünden

Beispiele für verschiedene Nebelarten

Die typischen Herbstnebelfelder sind eine Form von Abkühlungsnebel. Sie entstehen, wenn schwache Winde und lange, klare Nächte in der Kombination dafür sorgen, dass anfangs ungesättigte bodennahe Luft allmählich bis zur Nebelbildung auskühlt. Da kalte Luft schwerer als wärmere ist, begegnet man dieser Nebelart vorzugsweise in Tal- und Muldenlagen. Eine andere Art von Abkühlungsnebel entsteht häufig im Winter und Frühjahr, wenn eine Warmfront feuchtmilde Luft über noch vorhandene Schneefelder treibt.

Der häufig auftretende Meeres- oder Küstennebel hingegen ist ein Beispiel für einen Mischungsnebel. Küstennebelfelder entstehen, wenn feuchtmilde Luft vom Meer auf ausgekühlte Luftmassen über dem Land treffen und sich mit dieser vermischen.


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