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Die Bodenwetterkarte

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Auch heute noch werden an zentraler Stelle beim Deutschen Wetterdienst täglich mehrere Male Bodenwetterkarten von Hand gezeichnet und analysiert. Dabei müssen insbesondere Stationsmodelle interpretiert werden. Ein solches Stationsmodell wird im folgenden erläutert.


Erstellung einer Bodenwetterkarte

In einem Zeitraum von etwa 10 Minuten bis etwa 2 Stunden müssen alle relevanten Beobachungen, die an einer Wetterstation gemacht werden, in einer entsprechenden Bodenwetterkarte eingetragen werden, was im Zeitalter der Computer mittlerweile natürlich weitgehend automatisiert erfolgt. Die Meldungen werden dazu nach einem international verbindlichen Standard, dem Synopschlüssel, an eine zentrale Stelle übermittelt und dort dann als Stationsmodell in die betreffende Bodenwetterkarte eingetragen. Dabei gibt es Stationsmodelle sowohl für Land- als auch für z.B. Schiffsstationen. Auf den üblichen Bodenwetterkarten werden allerdings meist etwas vereinfachte Stationsmodelle eingetragen, da die vollständige Darstellung die Karte überlasten würde.

Für die verschiedenen Wolkenarten (tief, mittelhoch und hoch) gibt es etliche Symbole, die eine sehr detaillierte visuelle Beschreibung des Wetters am Standort der Bodenwetterstation erlauben. Aufgrund der Vielzahl dieser Symbole macht es allerdings keinen Sinn, diese hier alle darzustellen - hierfür gibt es entsprechende Tabellen und Übersichtskarten (zum Beispiel hier). Die folgenden Abbildung zeigt einmal ein Beispiel eines vollständigen (also nicht vereinfachten) Stationsmodelles einer Bodenwetterstation. Die roten Schriftzüge gehören natürlich nicht zum Stationsmodell, sondern stellen eine Erläuterung der Symbole und Zahlenwerte dar.

Das Stationsmodell

Beispiel einer Stationsmeldung

Bild: Beispiel einer vollständigen Bodenstationsmeldung. Ein weiteres, sehr gut aufbereitetes Beispiel mit anklickbaren Erläuterungen finden Sie hier.

Arten von Bodenwetterkarten

Die Bodenwetterkarten unterscheiden sich, je nach Verwendungszweck, jeweils in ihrer Größe und ihrem Maßstab voneinander. Im Maßstab 1:20 000 000 werden Zirkumpolarkarten gedruckt, die es ermöglichen, einen Überblick über das Wettergeschehen (Lage und Intensität der Drucksysteme und Frontenverteilung) der gesamten Halbkugel zu gewinnen. Darüberhinaus gibt es z.B. beim Deutschen Wetterdienst auch Wetterkarten im Maßstab von 1:10 000 000, die etwa den Bereich Europa, den Nordatlantik bis Neufundland, das Nordmeer bis in die Breite von Nordgrönland und Spitzbergen und das Mittelmeer mit Nordafrika abdeckt. Diese Karten sind für die jeweils aktuelle Wetterlage auch im Internet verfügbar (zum Beispiel hier).

Kartenanalyse

Mit dem Eintrag der Bodenwetterstationsmodelle alleine hat man aber natürlich noch keine Informationen über die Lage der Bodenfronten sowie die Druckverteilung. Hier können Computer basierend auf den Stationsmeldungen einen Isolinienplot für die Druckverteilung erzeugen, der als "first guess" eine wertvolle Hilfe für die manuelle Analyse darstellt. Die Identifikation der Lage der Fronten hingegen ist aber auch heute noch die Aufgabe des Meteorologen, denn aufgrund der vielen Faktoren, die letztlich die Lage einer Front bestimmen, sind Computeralgorithmen hier regelmäßig zum Scheitern verurteilt.

In der Praxis des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist es im übrigen auch aktuell noch so, dass die großen Zirkumpolarkarten und die kleineren "Europa"-Karten sowohl hinsichtlich der Druckverteilung als auch hinsichtlich der Frontenanalyse stets vollständig von Hand erstellt werden. Dadurch wird bezweckt, dass sich der zuständige Meteorologe ein sehr eingehendes Bild der aktuellen Wetterlage und Wetterentwicklung durch die Analyse der vielen Stationsmeldungen verschafft und dabei gleichzeitig evtl. offensichtliche Fehlmeldungen eliminieren bzw. Besonderheiten in der Entwicklung registrieren kann.


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