Statische Stabilität und Labilität
Der Begriff der statischen Stabilität bzw. der statischen
Labilität spielt in der Meteorologie eine wichtige Rolle.
Er ist besonders im Zusammenhang mit der Wolkenbildung von Interesse.
Der Begriff der statischen Stabilität der Atmosphärenschichtung spielt in vielen Zusammenhängen
eine wichtige Rolle. Man meint damit den Zustand der Atmosphäre, bei dem die vertikale
Temperaturabnahme in nicht feuchtegesättigter Luft kleiner ist als es der Trockenadiabate
entspricht, also geringer als 1°C pro 100 Meter Höhendifferenz.
Foto: Bei einer gewittrigen, labilen Wetterlage haben sich einige
mächtige Haufenwolken gebildet.
Ein fiktives Luftpaket als Eselsbrücke
Wird ein Luftpaket bei statischer Stabilität aus seinem Ausgangszustand
vertikal angehoben, so bleibt es immer kälter als die Umgebungsluft und sinkt dadurch
wieder ab. Umgekehrt ist es beim Absteigen immer wärmer als die Umgebungsluft und steigt damit
wieder auf. Das Luftpaket würde also bei einer erzwungenen Auslenkung harmonisch und mit kleiner
werdender Amplitude (kleiner werdend wegen der Reibung!) um seine Ausgangsposition schwingen.
Dies ist eine Anwendung des physikalischen Auftriebsgesetzes.
Eine andere Situation liegt vor, wenn die Temperaturabnahme mit der Höhe in nicht
feuchtegesättigter Luft größer ist als es der Trockenadiabate entspricht, also größer
als 1°C pro 100 Meter Höhendifferenz. Dann wird das Luftpaket bei einer Auslenkung nach oben
stets wärmer als seine Umgebungsluft sein und steigt beschleunigt weiter auf. Die Situation
wird als statisch labil bezeichnet.
Falls die Atmpsphäre weder stabil noch labil geschichtet ist (also genau
trockenadiabatisch), dann
nennt man sie neutral geschichtet. Ein Luftpaket, dass in einer neutralen Luftschicht aus seiner
Ausgangslage ausgelenkt, bliebt einfach da, wohin es verschoben wurde.
Und bei feuchter Atmophäre?
Wichtig ist noch, daß bei vorhandener
Luftfeuchte irgendwann das Luftpaket nicht mehr
trockenadiabatisch, sondern
feuchtadiabatisch aufsteigt und sich folglich nur noch
mit einer geringeren Rate abkühlt. Die obigen prinzipiellen Überlegungen lassen sich
aber in völliger Analogie auf feuchtadiabatische Prozesse übertragen. Man spricht
dann einfach von feuchtstabilen bzw. feuchtlabilen Schichtungen.
Ein interessanter Spezialfall ist die bedingte Labilität. Hier bildet eine Temperaturschichtung der
Atmosphäre die Grundlage, die genau so aussieht, daß sie in Bezug auf einen trockenadiabatischen
Aufstieg stabil ist, jedoch bei einem feuchtadiabatischen labil. Dies ist häufig an warmen
Sommertagen interessant, bei denen man nicht mit letzter Genauigkeit sagen, ob
Kondensation
einsetzten wird oder nicht. Setzt keine Kondensation ein, dann passiert gar nichts. Setzt jedoch
Wolkenbildung erst einmal ein, dann wachsen diese Wolken rasch zu
Gewittern heran, da die
Atmosphäre in Bezug auf feuchtadiabatische Aufstiege labil geschichtet ist.
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