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Die Wolkenklassifikation - Tiefe Wolken

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Chaos am Himmel? - Nicht, wenn man die internationale Wolkenklassifikation kennt. Im folgenden finden Sie eine Beschreibung der 10 Hauptwolkenklassen sowie einiger Unterarten.

Einleitung

Trotz der offensichtlich unendlich vielen sich ständig verändernden Erscheinungsformen von Wolken lassen sich diese anhand ihres Vorkommens in der Erdatmosphäre, ihres Aussehens sowie anhand ihrer Entstehung klassifizieren. Dabei unterscheidet man (international) nach ihrem Aussehen haufenförmige, schichtförmige und schleierförmige Wolken sowie desweiteren nach der Höhe ihres Vorkommens in der Troposphäre tiefe, mittelhohe oder hohe Wolken.

In der Troposphäre der mittleren Breiten gelten alle Wolken unterhalb 2km Höhe als tief, jene, die in Höhen von 2 bis 7 Kilometer vorkommen, als mittelhoch und alle, die Höhen oberhalb 7 Kilometer vorkommen, als hohe Wolken.

Die World Meteorological Organization (WMO) mit Sitz in Genf hat zum Zwecke einer besseren bzw. eindeutigen Verständigung 10 Hauptwolkenklassen und diverse Unterklassen ausgehend von obiger Grobeinteilung festgelegt, die jeweils ausdruckstarke lateinische Namen erhalten haben. Die Hauptklassen seien im folgenden erläutert, die Unterklassen werden nur teilweise angesprochen:

Interessante Wolkenstrukturen aus dem Weltall betrachtet (Foto NASA) Interessante Wolkenstrukturen aus dem Weltall betrachtet

Tiefe Wolken

 Cumulus (Cu)

Die Cumuluswolke ist die typische Haufen- oder Quellwolke. Sie weist eine glatte horizontale Wolkenuntergrenze auf und besitzt in der Regel einen Eigenschatten, d.h. die Wolkenbasis ist sichtbar leicht abgedunkelt. Darüber findet man dann die weißen, blumenkohlartigen und scharf gegen den Hintergrund abgehobenen Aufquellungen.

Cumuluswolke - mit mittlerer vertikaler Erstreckung (=Cumulus mediocris) Cumuluswolken werden gemäß ihrer vertikalen Ausdehnung noch zweckmäßigerweise in drei Unterklassen aufgeteilt: Cumulus humulis (humilis = lat.: flach, niedrig): eine Quellwolke mit geringer vertikaler Ausdehnung. Cumulus mediocris (mediocris = lat. gemäßigt, mittelmäßig): entsprechend eine Quellwolke mittlerer vertikaler Ausdehung. Cumulus congestus (congestus = lat.: massig, kräftig): Eine Cumuluswolke mit noch größerer vertikaler Ausdehnung, die mit ihrer Obergrenze bis weit in den mittelhohen Bereich hineinragt. Da die Wolke auch in obersten Bereichen noch vorwiegend aus Wassertröpfchen, und nicht aus Eiskristallen besteht, sind ihre Ränder überall scharf begrenzt.


 Stratus (St)

Stratusbewölkung ist die typisch einheitlich graue Wolkenschicht, die nicht selten den ganzen Himmel bedeckt. Sie wird auch als Hochnebel bezeichnet und hat im allgemeinen eine geringe vertikale Mächtigkeit. Aus einer dichten Stratusbewölkung kann es auch zu Nieselregen oder im Winter zu Schneegriesel kommen. Häufig herrscht gleichzeitig auf den Gipfellagen der Gebirge sonniges und trockenes Wetter vor. Stratuswolke

 Stratocumulus (Sc)

Der Name deutet bereits darauf hin: Diese Wolke ist eine Mischform zwischen schicht- und haufenförmiger Wolke. Stratocumuluswolken entstehen in der Regel aus Stratuswolken, die durch Bodeneinflüsse und turbulente Winde in kleine Ballen oder Schollen gegliedert sind. Die einzelnen Ballen weisen dabei eine größere horizontale als vertikale Ausdehnung auf und besitzen im Gegensatz zu Cumuluswolken unscharfe Ränder. Stratocumulus - farbenprächtig leuchtend im Sonnenuntergang.

 Nimbostratus (Ns)

Der Nimbostratus ist die typische Regenwolke, die den langanhaltenden, gleichmäßigen, im Volksmund unter der Bezeichnung Landregen bekannten Niederschlag bringt. Im Winter bringt diese Wolke auch im Tiefland häufig langanhaltende Schneefälle, die in Verbindung mit einer Warmfront stehen. Treten unterhalb einer Nimbostratuswolkenschicht kleine Wolkenfetzen auf, so bezeichnet man diese als pannus. Nimbostratus pannus

 Cumulonimbus (Cb)

Dies ist die Wolke mit der größten internen Dynamik und der mächtigsten vertikalen Ausdehnung. Der Cumulonimbus ist die typische Gewitterwolke. Sie reicht von den untersten Schichten (weshalb sie zu den tiefen Wolken gezählt wird) bis in die höchsten Schichten hinein. Dementsprechend bestehen Cumulonimben in ihren unteren Bereichen nur aus Wassertröpfchen, in den oberen Bereichen jedoch vorwiegend aus Eisteilchen. Da Teile der Wolke aus tieferen Luftschichten durch starkes Aufquellen rasch in höhere gelangen, können kurzfristig auch in großen Höhen noch vorwiegend Wasserteilchen vorliegen. Diese stark unterkühlten Wassertröpfchen gefrieren jedoch meist innerhalb weniger Minuten, wodurch die typischen scharfen Rändern, durch die Wasserquellwolken gekennzeichnet sind, verwischen.

An der Tropopause fließt die Wolke dann wie an einer unsichtbaren Wand horizontal auseinander und bildet dann eine typische Ambossform. Interessant ist, das man einen weit entfernten Cumulonimbus nur schwer von hoher Cirrostratusbewölkung unterscheiden kann, da man aufgrund des gerade über Land recht hohen Gehalts an Schwebeteilchen in den unteren Luftschichten oder vorweglaufende tiefere Wolken die dunkle Wolkenbasis erst recht spät sehen kann. Daher kommt es so häufig vor, daß man im Sommer von einem scheinbar plötzlich auftauchenden Cumulonimbus mit einem Gewitterschauer überrascht wird. Cumulonimbus im Reifestadium. Die Wolke hat ihre typische Amboßform angenommen.

Bildet sich die Wolke dagegen direkt über einem, so merkt man das bereits frühzeitig durch die große Dunkelheit der Wolkenuntergrenze.


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